Der Oxalat-Nachweis wird von vielen Studenten gefürchtet, da er äußerst störungsanfällig ist. Die wohl beste Methode Oxalat nachzuweisen, ist die Oxidation des Anions zu Kohlenstoffdioxid. Diese Methode ist aufwändig, da praktisch alle Reduktionsmittel den Nachweis verfälschen können und muss daher sehr sorgfältig durchgeführt werden.
Benötigte Materialien
- Sodaauszug der Analysensubstanz
- verdünnte Essigsäure ($\ce{CH3COOH}$, etwa 12%ig)
- Kaliumtriiodid (Lugol'sche Lösung) ($\ce{KI3}, \ 0,1 M$)
- Calciumchlorid ($\ce{CaCl2}, \ 0,1 M$)
- konzentrierte Schwefelsäure ($\ce{H2SO4}$, etwa 95%ig)
- Kaliumpermanganat ($\ce{KMnO4}, \ 0,02 M$)
- Reagenzglas (3x)
- Trichter
- Filterpapier
Durchführung
Zu Beginn oxidiert ihr störende Reduktionsmittel, indem ihr einige Milliliter des Sodaauszuges mit verdünnter Essigsäure leicht ansäuert (mit pH-Papier überprüfen) und die Lösung daraufhin mit ausreichend viel Kaliumtriiodid versetzt. Das Kaliumtriiodid soll so lange tropfenweise zugefügt werden, bis die Lösung durch den Iodüberschuss leicht gelb gefärbt ist. Hierdurch werden andere Reduktionsmittel, wie etwa Sulfit-Anionen, oxidiert und können den Nachweis nicht mehr stören.
Anschließend fällen wir die Oxalat-Anionen durch Zugabe von Calciumchlorid-Lösung als Calciumoxalat. Der entstandene Niederschlag wird abfiltriert, mit Wasser gewaschen und in gleichen Volumina Wasser und konzentrierter Schwefelsäure gelöst.
Diese Lösung wird nun tropfenweise mit einer 0,5M Kaliumpermanganat-Lösung versetzt. Ist Oxalat in der Lösung enthalten, so wird das Permanganat entfärbt.
$$ \ce{5 C2O4^{2-} + 2 MnO4- + 16 H+ -> 2 Mn^{2+} + 10 CO2(^) + 8 H2O} $$
Das entstandene Kohlenstoffdioxid kann über den Carbonat-Nachweis nachgewiesen werden.
Video der Durchführung
Störungen
Die Fällung von Calcuimoxalat kann durch Fluorid, Sulfit, Phosphat und Hexacyanidoferrat(II) gestört werden. Der anschließende Nachweis des entstehenden Kohlenstoffdioxids kann durch vorhandenes Carbonat gestört werden.
Wie gut ist der Nachweis?
Der hier angeführte Nachweis sollte alle oben genannten Störungen ausschließen, in der Praxis zeigt sich jedoch, dass dies nur gelingt, wenn man äußerst sorgfältig und konzentriert arbeitet. Daraus folgt, dass die größte Störung des Nachweises der Faktor Mensch ist. Es bietet sich also an, den Nachweis mehrfach extrem sorgfältig durchzuführen.