Fluorid sollte man im eigenen Interesse vor allen anderen Ionen nachweisen. Denn fällt der Nachweis positiv aus, muss man für den Rest der Analyse entsprechende Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Somit ist dieser Nachweis einer der wenigen, bei denen man lieber ein negatives Ergebnis herbeiwünscht...
Benötigte Materialien
- konzentrierte Schwefelsäure ($\ce{H2SO4}$, etwa $95\,\%$ig)
- Reagenzglas & Reagenzglasklammer
- Bunsen-/Teclu-Brenner
- optional: Weinsäure $(\ce{C4H6O6})$
- Calciumchlorid $(\ce{CaCl2})$ & technische Natronlauge $(\ce{NaOH})$ zur Entsorgung des Fluorid-Mülls
Durchführung
Ihr gebt in ein Reagenzglas zu einer ordentlichen Menge eurer Analysensubstanz (der Nachweis klappt nur gut mit größeren Mengen Fluorid) ein wenig konzentrierte Schwefelsäure und erhitzt das Ganze kurz mit dem Brenner. Befindet sich tatsächlich Fluorid in der Analyse, reagiert die entstehende Flusssäure $(\ce{HF})$ mit dem Siliciumdioxid $(\ce{SiO2})$ in den Reagenzglaswänden zu Siliciumtetrafluorid $(\ce{SiF4})$:
$$ \ce{SiO2 + 4HF -> SiF4(^) + H2O} $$
Achtung!
Flusssäure ist sehr gefährlich! Bitte führt diesen Nachweis nur bei voller Konzentration durch und setzt eure Nachbarn darüber in Kenntnis, dass ihr mit $\ce{HF}$ arbeitet. Denkt auch unbedingt daran den bei diesem Versuch entstehenden Müll erst mit $\ce{CaCl2}$ abzureagieren! Mehr dazu hier.Störungen
Größere Mengen an Borsäure oder Kieselsäure können den Nachweis stören. Die Flusssäure reagiert mit ihnen unter Bildung von $\ce{BF3}$ bzw. $\ce{SiF4}$, anstatt die Reagenzglaswände anzuätzen. Umgehen kann man dieses Problem, indem man das Fluorid mit $\ce{CaCl2}$ ausfällt und die Kriechprobe mit dem entstandenen $\ce{CaF2}$-Niederschlag durchführt.
Wie gut ist der Nachweis?
Glücklicherweise ist dieser Nachweis recht eindeutig erkennbar, vor allem, wenn man die verbesserte Variante mit der Weinsäure durchführt.